Sollte, könnte, müsste und was will ich eigentlich wirklich.

22.10.2019  |  Gedanken  |  Autor: Nicole Gugger  |  2 Kommentare

„Multitalent“. In letzter Zeit zweimal als Kompliment zu hören bekommen und seitdem ein Schwall an Überlegungen in meinem Kopf. Da ich mir 2019 als berufliche „Auszeit“ gegönnt hatte (Hausfrau, Mama, Hundesitter, Bauleitung und endlose Stunden als Maler zählen ja gefühlt nicht, da unbezahlt), winkt so langsam das Ende dieser Zeit und damit steigt der Druck, aber glücklicherweise auch die Ideen was ich in Zukunft machen will. Ich brauche das Gefühl einer Aufgabe und Geld verdienen will ich auch. Seitdem grübele ich.

Und immer wieder ploppt da was auf, was sich sinnvoll anhört. So im Sinne von wertvoll, sinnstiftend, selbstwirksam. Alles gute Sachen. In Ansätzen hab ich da auch schnell ein Businesskonzept zusammen bekommen. Nicht ganz einfach zu vermarkten, aber wichtig, wertvoll, sinnstiftend, etc. und durchaus realistisch.

Ich weiß, dass ich das könnte.
Wenn ich mit anderen darüber rede, höre ich, dass ich das unbedingt tun sollte.
Und ich weiß was ich alles tun müsste, um das auf den Weg zu bringen.

Und dann sitze ich da in meinem AlltagsIrrsinnsBaustellenTrott und merke, wie wenig Lust ich dazu habe. Aber es würde doch echt Sinn machen. Nur dass diese Unlust partout nicht vergeht. Prokrastinationsalarm galore.

Der kluge Sascha Theobald hat dann mal wieder den entscheidenden Schubser gebracht mit seinem 20 Impulse für 2020 Blogpost. Ich habe mich schnell dran gesetzt und losgearbeitet. Und festgestellt wie sehr mich das fokussieren auf ein Hauptziel nervte. Weil Multitalent und so. Oder um es genauer zu sagen „serieller Scanner“ – ich stürze mich mit Hochdruck auf neue Themen, erlange in relativ kurzer Zeit ein gutes Niveau und hab dann Lust auf was neues. Mit Disziplin und leichten Modifikationen kann ich das ein paar Jahre in die Länge ziehen, aber dann schwindet der Spaß extrem. Wie soll man das in ein Businessmodell verwandeln!? Ständige Veränderung, geht das? Ziemlich sicher nicht, ich halte Spezialisierung ja selbst für den sinnvollsten Weg zur Vermarktung.

Was mich aber dazu brachte mir selbst mal ein bisschen genauer zuzuhören. Quasi aus der Vogelperspektive die Stimmen in meinem Kopf analysiert. Ist dank Transaktionsanalyse nicht so irre wie es klingt. Wir alle haben Glaubenssätze in uns, die wichtige Bezugspersonen uns eingeimpft haben. Wenn wir das anerkennen, können wir sie am ehesten verstehen, zuordnen und dann auch wieder an den Adressaten zurückschicken. Heißt in meinem Fall, ich hab da ein paar ernsthafte Gespräche mit meinem Dad, meiner Oma und noch ein paar anderen zu führen. Mein Solidaritätskonflikt mit den beiden lähmt mich, massiv. Leider alle schon verstorben, aber das geht auch im inneren Zwiegespräch. Die können ihr „könnte, sollte, müsste“ jetzt nämlich alle zurück haben.

Ich will endlich machen, was ich schon mein ganzes Leben machen wollte. Kunst. Und wovon mich immer scheinbar „vernünftige“ Wege, Entscheidungen, Ratschläge abgehalten haben. Und es immer noch tun. Das wird mich also noch einen zähen Kampf mit meinen inneren Saboteuren kosten. Ich weiß jetzt immerhin gegen wen und wofür.

Die TA wird mich dabei begleiten, bestimmt für den ein oder anderen Sidekick-Starmoment sorgen und wer weiß was die Zukunft bringt. Aber mein Fokus wird sie erstmal nicht, der ist für 2020 jetzt festgezurrt. YAY!

Danke Sascha!

Danke Transaktionsanalyse!



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Kommentare zu diesem Artikel

#ZeiMichael Veeser-Dombrowski  |  24. Oktober 2019 um 12:54 Uhr

klingt nach Durchbruch zu Leben, Lust
und sinnvoller Perspektive

viel Mut und Konsequenz
zum Dran- und Treubleiben!

Nicole Gugger  |  8. November 2019 um 17:52 Uhr

Ganz herzlichen Dank!

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