Anna und ich – mein weißer Mai

Und schon ist der 27. Mai und die Farbe WEISS wird bei den #12coloursofhandmadefashion verlinkt. Ich habe lange überlegt und dann sind gleich zwei relativ spontane weiße Projekte entstanden. Meinen Kirschblüten-Kimono zeige ich noch in Kürze. Jetzt ist das hier dran:

Das Anna Dress von by hand london

…ist ja so eine Sache. Eigentlich habe ich eine Abneigung gegen Lemmingverhalten, andererseits sind mir immer wieder schöne Annas im Netz begegnet, dass ich es jetzt doch mal probieren wollte. Der weiße Stoff mit grauen und schwarzen Sprenkeln, ein mitteldicker aber relativ weicher Jeansstoff,  liegt hier schon ne Weile. Die spontane Zuneigung wich schon vor längerer Zeit einem verkaterten „warum nur fand ich ihn mal so toll“ Gefühl. Einer der schönsten Effekte von solchen Sewalong-Aktionen ist für mich tatsächlich der Stoffabbau. Insbesondere von Stoffen, die nicht mehr ganz so geliebt werden. Man macht dann einfach mal und manchmal – aber nur manchmal – kommt was richtig tolles bei raus.

Dieses mal also Anna. Wenn man im Netz nachliest gibt es nur Lobpreisungen oder Schimpftiraden über den Schnitt. Also hab ich ausnahmsweise mal eine Probe angefangen. Ein Bettwäsche/Vorhang-Rest der so schön ist, dass er auch tragbar sein könnte. Ebenfalls weiß als Grundfarbe. Wenn, ja wenn…

Das Gebastel

Eine Größe schien perfekt zu meinen Maßen zu passen, um dann doch etwas spack zu sitzen. Und der Ausschnitt hat mich wahnsinnig gemacht. Der ist im Original so hoch, daß er zwar toll aussieht, aber mir das permanente Gefühl gegeben hat gleich stranguliert zu werden. 2mal geändert aber immer noch nicht gut. Also hab ich ordentlich umgebaut und mit dem eigentlichen Stoff losgelegt. Alle Anproben machten mich optimistisch, also fertig genäht und gut. Oder auch nicht. Denn in „quasi fertig“, stand der nun angenehm tiefere Ausschnitt seltsam ab. Die Weite, die ich in der Taille zugegeben hatte, war da oben plötzlich doppelt und dreifach zu viel. Ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin mit diesem Problem, aber eine tolle Lösung habe ich auch nirgends gefunden.

Ich habe mich dann entschlossen von oben mittig noch einen für das Anna so charakteristischen offenen Abnäher reinzubasteln.  Die Lösung ist wahrlich nicht perfekt, aber einfach und schnell gemacht, da man den Beleg einfach mitnehmen kann ohne zu viel zu trennen und neu zu machen. Im Nahtschatten den Beleg noch befestigt, fertig. Auf den Detailfotos kriegt man vielleicht einen Eindruck. Durch die Fotos ist mir interessanterweise erst aufgefallen, dass es im Rücken oft einen seltsamen Querzug entwickelt, warum auch immer. Wirklich alles andere als perfekt.

Fazit

Dennoch sind wir selbst nähenden ja mit Abstand die kritischsten. Als Kaufkleid würde das kaum jemandem auffallen – also deklariere ich es als tragbar. Allerdings nervt es mich im Nachhinein etwas, dass ich vergessen habe Taschen einzubauen. Eine große Liebe wird das jedenfalls  nicht. Wiederholung relativ unwahrscheinlich. Und TROTZDEM fühle ich mich gerade hübsch und gut genug angezogen, um mich in Kürze zum Stuttgarter NähBloggerinnenTreffen auf zu machen.

Geht doch mal gucken was die anderen so alles gezaubert haben!

11 Kommentare

  1. Hi ihr beiden, Eure Kleider sehen sehr schön aus :-) Ich bewundere, wenn man so mit Abnähern „spielen“ kann – und am Ende so ein bombastisches Ergebnis rauskommt :-) Steht Dir ausgezeichnet! Liebe Grüße! Karin

  2. Ich finde das Kleid sieht sehr gut aus! Auch wenn es vielleicht nicht der einfachste Weg war, hat es sich gelohnt. Das Ergebnis kann sich auf alle Fälle sehen lassen! ♥

    Steht dir richtig gut!

    Liebe Grüße
    Jenni

  3. Ja, man sieht erst auf den zweiten Blick die kleinen Mängel, auf den ersten sieht man ein wunderbares Sommerkleid.
    LG von Susanne

  4. Also erstmal find ich dich und deinen Zwilling wundervoll!!!
    Ja, das Gute an solchen Aktionen ist der Stoffabbau und as verlassen gewohnter Pfade. Und ja, Schnitte ändern kann ganz schön Nerven kosten… aber das ist ja das Spannende! Kaufen kann ja echt jeder. Und jeder bestitzt dann nicht perfekt sitzende Kleidungsstücke. Ich seh das wie du. Was bei Kaufstücken toleriert wird fällt in selbstgenäht gnadelos durch. Wir sind ja so streng mit uns. Ich find auf den Fotos dein Kleid sehr kleidsam – trag es! Du schaust toll drin aus!

    • Ganz lieben Dank! Ein bisschen Spaß und Stolz steckt ja schließlich auch im Ändern, nicht wahr? :)
      Und wir wissen alle, dass es passiert und für zukünftige Projekte viel lernt. Aldo muss das so. LG

  5. Wir selbstnähende sind wirklich die kritischsten :D Kommt mir alles sehr bekannt vor. Aber mach dir keine Sorgen, die kleinen Makel fallen wirklich nicht auf. Mit dem Kleid bist du perfekt angezogen für das Nähblogger-Treffen.

    Liebe Grüße,
    Jenny

    • Lieben Dank Jenny. Ich bekam auch einige nette Kommentare. Das Stoffmuster kaschiert ja auch super. Ich sag immer ein bisschen Perfektionismus schadet nicht zum besser werden, solange man sich nicht davon zermürben lässt, dass man sie eh nie erreichen wird. Liebe Grüße

  6. Es sieht zumindest nicht nach Notlösung aus. Und sitzt doch ganz gut. Wird vielleicht nicht die große Kleiderliebe, aber eine solide und gut laufende Bekanntschaft ist doch auch nicht schlecht! ;)

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