Ich nehm jetzt einfach ab. Fettlogik entwirrt.

12.12.2016  |  ICHbewusst  |  Autor: Nicole Gugger  |  5 Kommentare

Wann immer, wem auch immer ich sage, dass ich gerne 5 Kilo weniger hätte, ernte ich Widerspruch. „Du doch nicht. Warum das denn. Du bist doch schlank.“ Nein, bin ich nicht. Also im Vergleich zum Durchschnitt wohl schon, aber nicht absolut gesehen. Ich bin einfach nur normal. Mit einem Körperfettwert am oberen Ende von „noch normal“. Skinny fat genannt. Das ist ok, sieht zumindest in Klamotten ganz ok aus, IST aber nicht gut. Alles andere als fit und irgendwas zwischen 5 und 7 Kilo oberhalb von meinem Wohlfühlgewicht und dem Gewicht mit dem ich in einen nicht unerheblichen Teil meiner Lieblingsklamotten passe. Diese Kommentare sind zwar lieb gemeint, aber leider alles andere als hilfreich um sich wirklich aufzuraffen und es anzugehen.

Trotzdem hab ich mich nie wirklich damit abgefunden und diesen 5 Kilos immer mal wieder den Kampf angesagt.

Was nicht funktionierte.

FdH, immer mal wieder. Funktionierte nie wirklich. Das Pendel schlug ein paar Tage nach unten aus. Um dann doch wieder da zu bleiben wo es immer war. Selbstbetrug galore.

Mit einer Radikaldiät nach LifePlus. Von einer Freundin überredet. Fürchterlich teuer. Nervig die vielen Pillen schlucken zu müssen. Eine extreme Einschränkung von Lebensqualität. Social life annähernd unmöglich. Im Restaurant „ich hätte gern ein Salatblatt ohne Öl“ ist doch kein Leben. Als Fast-Vegetarier noch viel ätzender. Und auf die begleitende Homöopathie hab ich auch noch in höchst nerviger Weise reagiert, obwohl ich sie nur als überflüssige Zuckerkügelchen abgetan habe. Frage mich immernoch, warum ich sie überhaupt genommen hab. Knapp 2 Kilo waren schnell runter. Meine Laune noch viel mehr. Funktioniert für mich nicht. Abgebrochen und ganz schnell zurück beim Ausgangsgewicht. Und null komma null Lust jemals wieder eine Diät zu machen.

Laufen gelernt, aber…

Vergangenes Jahr hab ich dann das laufen angefangen. Ältere Semester nennen es joggen. Hochmotiviert noch im Winter gestartet. Mühsam und hartnäckig von Mini-Intervallen auf 5km mit Müh und Not durchlaufen gesteigert. Kondition eindeutig gebessert. Aber auch immer und immer wieder schmerzhafte Probleme mit Waden, Knöchel und Co. Irgendwas zwischen viel Frust, etwas Stolz und ein bisschen fitter fühlen. Im September nur einen Tag vor einem geplanten Lauf übelst den Fuß vertreten. Zwangspause. An dem Gewicht hatte es die ganze Zeit gar nichts geändert. War trotzdem gut.

Endlich, Tschüß Fettlogik!

Und dann kam dieses Buch. Immer mal wieder tauchte der Hashtag #Fettlogik in meiner Timeline auf. Gefahndet, neugierig geworden, Buch bestellt, gelesen. Ach was… verschlungen. Und dann hab ich einfach angefangen, mit dem Abnehmen. Und mit Hilfe der App Yazio die vertilgten Kalorien aufgeschrieben. Schluss mit dem Selbstbeschiss.

Endlich klappts ohne Qual. Weniger essen, als ich verbrauche. Das ist wirklich kein Hexenwerk. Ich hab mich auf (mittlerweile korrigiert) 1200 kcal pro Tag gesetzt. Das ist nicht waaahnsinnig viel, reicht aber zum satt werden. Und das Defizit ist groß genug um in überschaubarer Zeit Ergebnisse zu sehen. Sonst würde mir schnell die Motivation entgleiten. Und trotzdem muss ich mir nicht jeden Genuss versagen. Da ist mal ein Glas Wein drin. Oder zwei Kekse. Oder ein Stück Schokolade. Und lecker essen gehen funktioniert auch. Nur eben keine Pasta mit Sahnesauce. Muss nur irgendwann am Tag eingespart worden sein.

Und so geht die Gewichtskurve stetig nach unten. Mittlerweile freue ich mich morgens auf die Waage zu steigen. Von den 7 sind 3 runter, fehlen noch 4. Die üblichen Wasserschwankungen verunsichern mich zum Glück nicht mehr. Ich weiß, dass ich (fast) jeden Tag ein Kaloriendefizit produziere. Inzwischen macht es sich auch bezahlt, dass ich als nähender Mensch immer mal wieder meine Maße nehme. Diese Gewichtsplateaus lassen sich viel besser überstehen, wenn man merkt, dass sich der Umfang von Taille, Hüfte und Co. auch dann kontinuierlich verringert, wenn die Waage gerade mal wieder nach oben ausschlägt.

Motivation pur.

Mittlerweile bin ich so motiviert und glaube endlich wieder an wirklich lohnenswerte Ergebnisse, dass ich diese Woche prompt einen neuen Vertrag im Fitnesscenter abgeschlossen habe. Muskelatur UND Ausdauer trainieren. Da geht’s jetzt auch gleich hin. Von dem tollen Studio berichte ich ein anderes Mal.

Es klingt verrückt, aber abnehmen ist wirklich ganz einfach. Wenn man diese bekloppten Ausreden aka Fettlogik endlich mal über Bord geworfen hat. Und weiß warum. Für mich, damit ich mich im Spiegel wieder klasse finde. Für meine Tochter, weil ich alles getan habe um möglichst gesund lange für sie da zu sein. Und egal mit was für Argumenten die anderen es mir ausreden wollen. Ich weiß es jetzt nämlich besser. Ätsch!

Falls Ihr das auch wollt: kauft, lest und beherzigt einfach dieses Buch [*]. Ja, so einfach.
Ich halte Euch auf dem laufenden und bin gespannt auf Eure Erfahrungen!

Update Mai 2017

Es fehlt noch genau 1 Kilo zum Traumgewicht. In meinem Fitnesscenter kennen sie mich, d.h. ich gehe relativ regelmäßig hin. Auch wenn ich immer mal wieder ne Woche oder zwei wegen Zeitmangel aussetze, zieht es mich doch zurück. Wegen der netten Atmosphäre und dem guten Gefühl danach.
Das Kalorien zählen hat mit der App wirklich gut geklappt. Und das ganze abwiegen, ausrechnen, eintragen hat zu einer deutlich realistischeren Einschätzung von Kalorien geführt. Das heißt nach ein paar Wochen habe ich nur noch sporadisch gezählt. Gewogen hab ich mich täglich, um ein Gefühl für Wasserschwankungen zu bekommen und sicher zu sein, dass alles in allem was vorwärts geht. Von den knapp 7 Kilo zuviel habe ich 5 relativ problemlos wegbekommen.

Und dann stagnierte es. Das Körpergefühl war soviel besser, dass der Druck weg war. Das war vor 2 Monaten. Seitdem hab ich ganz normal gegessen, d.h. angemessen. Kein schmerzhafter Verzicht, aber auch kein hirnloses schlemmen. Da waren Spaghetti-Eis, Schokokekse, Käse, Wein und Co. dabei. Aber eben in Maßen und nicht alles auf einmal. Nach einem überschwänglichen 3 Gänge-Menü am Abend hab ich mich am nächsten Tag halt gezügelt. Wenn schlanke Frauen immer dargestellt werden, als würden sie immer nur lustlos an Salatblättern kauen, ist das also vollkommener Bullshit! Ich fühle mich gut, fit und gucke wieder gerne in den Spiegel. 

So kurz vor Sommer hab ich jetzt nochmal angefangen mit dem zählen und Kalorien bewusst limitieren. Ein weiteres Kilo ist runter, noch eins und ich bin wo ich hin wollte. Mal gucken ob das dann auch so problemlos zu halten ist. Auf jeden Fall habe ich dann meinen Kilokorridor innerhalb dessen ich mich gut fühle. Ich fasse es nicht, warum ich mich so lange so schwer damit getan habe. Und ich fasse es nicht, wieviel Hass und Lügen im Netz rumgeistern, nur weil ein paar Menschen sich jetzt schöner fühlen. Und die Schönheit kommt vom Wohlfühlen! So einfach.

 

Update Januar 2018

Ich habe und halte seit einem halben Jahr mein Traumgewicht. Idealbereich und persönliche Wohlfühlzone, ich esse was will und habe durch unseren Hund quasi meinen Personal Trainer an der Leine, mit dem regelmäßige Walking- und Wandereinheiten garantiert sind. Dafür liegt die Kündigung fürs Fitness gerade auf meinem Tisch. Ich mag mein Spiegelbild, kaufe wieder problemlos Standardgröße 36 und bin zufrieden mit mir. Es funktioniert.

 

Falls Ihr Fragen habt – meldet Euch ruhig.

 

[*Ab sofort findet Ihr in meinem Blog gelegentlich Affilate-Links, die als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Das sind aber nur Artikel oder Bücher sein, die ich auch sonst aus vollem Herzen empfehle. Wenn Ihr dem Link folgt und den Artikel direkt darüber kauft, wird mir ein winziger Betrag dafür gutgeschrieben  und es ermöglicht mir dem Blog zukünftig ein bisschen mehr Zeit zu widmen.]

 



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Kommentare zu diesem Artikel

Julischka  |  5. Januar 2017 um 14:14 Uhr

Hallo!
Ich kann dir nur zustimmen: Das Buch motiviert ungemein.
Auch ich kennen entsprechende Kommentare von Freunden und Familie zu meinem Gewicht/ Äußeren. Denn auch bei mir handelt es sich nicht um große Massen, die runter sollen, da ich laut BMI zeitlebens nie im Übergewicht lag.
Das eigene Wohlbefinden sollte immer an erster Stelle stehen – selbstverständlich im gesunden Maße (nach oben und unten). Denn dann sind Lebensfreude und Ausstrahlung eine andere, positivere.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!
Viele Grüße,
Julia

Nico  |  5. Januar 2017 um 17:10 Uhr

Hallo Julia,
vielen Dank für deinen Kommentar und Dir ebenfalls viel Erfolg!
Liebe Grüße, Nico

Martin  |  26. Mai 2017 um 12:17 Uhr

Hallo Nico,

ich kenne dieses FDH-Diät-Kalorienzähl-Jojo-Problem auch ziemlich gut und habe für mich die optimale Lösung gefunden: Regelmäßige Bewegung! Vor etwa 5 Jahren habe ich bei 1,73m Körpergröße ein „stolzes“ Gewicht von fast 90kg auf die Waage gebracht. Ich habe dann angefangen, die Treppen zu meiner Wohnung in den 5. Stock zu steigen, statt immer mit dem Fahrstuhl zu fahren. Irgendwann habe ich dann auch das Joggen angefangen, erst mühsame 2km, dann 3, 5, 8 und schließlich 10km. Es war für mich echt erstaunlich, wie schnell der Körper an Fitness und Ausdauer zulegen kann, wenn man quasi gar keine hat.
Für mich war eigentlich weniger entscheidend, dass ich Gewicht verliere. Ich habe nicht einmal eine Waage. Viel wichtiger war mir, dass ich mich in meinem Körper wohlfühle, und das tat ich auch, mehr und mehr. Vor 4 Jahren habe ich dann angefangen, mich regelmäßig in der Kampfkunst zu üben und bin bis heute dabei. Da ich nur in Teilzeit arbeite, schaffe ich es auch, bis zu 4, teilweise 5 mal pro Woche zum Training zu gehen. Ich habe unglaublich viel Körperfett verloren und Muskelmasse zugelegt und fühle mich mit meinen mittlerweile 72kg richtig gut. Durch die regelmäßige Bewegung habe ich einen Metabolismus wie ein 3-jähriger und brauche mir über Kalorien keine Gedanken mehr zu machen, was meiner Liebe zu Schokolade sehr zugute kommt.
Meine Ernährung habe ich nur leicht umgestellt, weniger Fast Food und TK-Kost, dafür mehr frische Zutaten, Salat, Gemüse und Obst. Zwischendurch ist auch mal eine Pizza, Currywurst Pommes oder das All-You-Can-Eat Menu bei meinem Lieblings-Asiaten drin, ganz ohne schlechtes Gewissen.
Kurz gesagt, Bewegung ist das Geheimnis. Der Körper ist wie ein Verbrennungsmotor. Er verbrennt halt am besten, wenn er sich bewegt. Außerdem sollte man sich nicht von einer Zahl auf einer Waage so sehr unter Druck setzen lassen. Ein paar Kilo zu viel oder zu wenig, was heißt das schon (solange es sich in einem gesundheitlich unbedenklichen Rahmen bewegt). Wenn man sich in seinem Körper wohl fühlt und mit sich selbst im Reinen ist, strahlt man das auch aus. Und das ist wahre Schönheit.

In diesem Sinne…

Liebe Grüße,
Martin

Stephanie  |  26. Mai 2017 um 19:52 Uhr

Hallo :)

Mir ging es so ähnlich. Ich fühlte mich immer unwohler in meinem Körper, aber im Gegensatz zu anderen war ich halt nicht wirklich dick. Letztes Jahr hatte ich schon krampfhaft versucht, regelmäßig Sport zu machen, weil ich dachte, dass muss, um abzunehmen.

Vor über drei Monaten postete dann jemand auf Instagram das Buch. Ich habe es direkt bestellt und gelesen. Es war der Klick in meinem Kopf. Ich habe einfach mit dem Kalorien zählen angefangen, auch wenn jeder, dem ich das erzählte, auch sagte, dass ich das doch nicht brauche, ich sähe doch gut aus.

Ich mache das inzwischen immer noch motiviert seit 14 Wochen und von den angepeilten 11kg sind jetzt 7 weg und ich fühle mich so viel wohler.

Besonders weil ich mich nicht durch Sport unter Druck setzen muss. Ich mache Sport, wenn ich wirklich Lust dazu habe und das macht dann auch Spaß. Und ich esse auch was Süßes, wenn ich darauf Lust habe, aber nur, wenn es in meinen Bedarf passt.

Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch entdeckt habe und empfehle es jedem, der etwas an seinem Gewicht ändern möchte :)

Liebe Grüße,
Stephanie

Nico  |  27. Mai 2017 um 08:56 Uhr

Kann ich so alles bestätigen. :) Viel Erfolg weiterhin

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