Bild und Sprache

20.02.2020  |  Bewusstsein  |  Autor: Nicole Gugger  |  0 Kommentare

Einer der Gründe warum die TA so gut zu mir passt…

Ein oft erlebtes Phänomen, wenn Menschen anfangen die Transaktionsanalyse zu verstehen ist, dass sie sich plötzlich befähigt fühlen Dinge auszusprechen und zu erklären, die zuvor nur nebulöse Gefühle waren.

Wir tun uns oft schwer unsere Gefühle in Worte zu fassen. Vielleicht weil wir es von Niemandem vorgelebt bekommen haben, weil uns nie jemand dazu angeleitet hat oder weil wir uns damit verletzlich machen und uns einfach nicht trauen. 

Was uns aber sehr helfen kann, sind Modelle, Bilder und Worte die es in eine nachvollziehbare, professionelle Form gießen und sich gar nicht mehr sehr intim und verletzlich anfühlen. Und damit wird die Situation in der wir uns befinden auch für andere greifbarer machen. Denn diese Modelle sind so etwas wie eine allgemeingültige Definition, an die wir uns halten können. Persönliche Worte sind im Vergleich deutlich subjektiver und unterliegen damit einer größeren Gefahr vom Gegenüber ganz anders definiert zu werden.

Unaussprechliches wird sagbar.

Es ist viel einfacher zu erklären, dass das Verhalten oder die Wortwahl vom anderen sich so herabgesetzt anfühlte, dass man sich ganz klein und zu sehr im „angepassten Kind“ gefangen fühlte, um in der Situation noch souverän agieren zu können.

Ich kann viel einfacher erklären, dass das Verhalten des Teilnehmers so sehr nach bockig, kindischem Verhalten aussah, dass ich ins Eltern-Ich gerutscht bin. Und deshalb nicht aus professioneller Erwachsenen-Ebene darauf reagieren konnte, um die Situation zu einem guten Miteinander drehen zu können.

Solche Erklärungen sind nicht nur für das vielleicht ebenfalls betroffene Gegenüber hilfreich, sondern auch für Dritte, die z.B. als Vorgesetzter ein berechtigtes Interesse an den Gründen für Konflikte haben.

Verbalisieren hilft dem Verstehen.

Und vor allem hilft es auch mir selbst, durch diese Analyse herauszufinden, was genau da passiert ist. Warum ich vielleicht dazu tendiere in diese Position zu rutschen. Und vor allem – wie ich Wege da heraus finden kann. In der akuten Situation wird mir das anfangs nichts nutzen. Im Laufe der Zeit werde ich aber immer schneller bemerken was da passiert und kann auf vorher überlegte alternative Verhaltensweisen zugreifen.

Die TA steht gelegentlich in der Kritik zu trivial und vereinfachend zu sein. Das ist sie bei weitem nicht. Nicht umsonst braucht es viele Jahre um sie in ihrer Tiefe auch nur einigermaßen durchdrungen zu haben. Im Gegenteil ist es jedoch ihre große Stärke, dass die Modelle auf der obersten Ebene so leicht verständlich sind. Du kannst sie schnell verinnerlichen und damit auch nutzen. Sie sind gelebte Wertschätzung für jedermann und die praktische Umsetzung der OK/OK-Haltung.

Das ist auch der Grund warum ich es mir ab sofort zur Aufgabe machen werde, dieses Einstiegswissen in die Breite zu tragen und Menschen damit bekannt zu machen, die bisher kein gesteigertes Interesse an Psychologie haben. Denn wir alle können immens davon profitieren, wenn wir unsere Reflexionskompetenz und Empathie steigern. Genau dazu kann die TA einen wertvollen Beitrag leisten.



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